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Online-Fachtag: Alle im Blick?! Intersektionale Perspektiven in der Kinder- und Jugendhilfe

Digitalseminar via ZOOM

Digital
Normal 40,00 EUR
Ermäßigt 30,00 EUR

Studierende und Leistungsbezieher*innen. Wenn Sie teilnehmen wollen, aber den Teilnahmebeitrag nicht oder nicht voll bezahlen können, kontaktieren Sie vor der Buchung conrad.blumenstein@juma-sachsen.de

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***Flyer zur Veranstaltung***

Anmeldeschluss verlängert bis Freitag, den 23.4.21!

Kinder- und Jugendhilfe bedarf der Analyse von Verwirklichungs- und Anerkennungschancen der anvertrauten jungen Menschen. Diese hängen u.a. von Geschlecht, Religion, Alter und (sozialer) Herkunft ab und müssen in die pädagogische Arbeit einbezogen werden. Bereits zum dritten Mal versucht dieser Fachtag aus der Reihe Alle im Blick?! diesem Erfordernis gerecht zu werden.

Unter Perspektive der Intersektionalität [Verschränkung verschiedener Kategorien von Ungleichheit] werden innerhalb des Fachtags erneut die Dimensionen der Kategorie Geschlecht betrachtet.

Neben einem theoretischen Input zum Begriff der Intersektionalität in Verbindung zur Kinder- und Jugendhilfe werden die fünf Workshops (WS) praxisrelevante Themen aufgreifen und Raum zum gemeinsamen Arbeiten eröffnen. Hier spielen Körperinszenierung (WS 1), amouröse und sexuelle Vielfalt (WS 2), rassismuskritische Mädchen*arbeit (WS 3), vielfältige geschlechtliche Identitäten (WS 4) und erlebte Beeinträchtigung (WS 5) eine Rolle.

Moderation: Anne-Christin Tannhäuser, Erziehungswissenschaftlerin und Lyrikerin

 

HINWEIS: Die Veranstaltung wird im Onlineformat durchgeführt. Alle weiteren Informationen hierzu erhalten Sie nach Anmeldung zeitnah vor der Veranstaltung.

FRAGEN ZUR ANMELDUNG: Bitte kontaktieren Sie bei Fragen hierzu: conrad.blumenstein@juma-sachsen.de

 

Veranstaltungsablauf am 06.05.2021

09:15 Uhr – Einlass und Anmeldung

09:30 Uhr – Beginn/Anmoderation

09:45 bis 10:45 Uhr – Input und Diskussion (Souzan AlSabah)

10:45 bis 11:15 Uhr – Kaffeepause

11:15 bis 12:45 Uhr – Workshopphase I

12:45 bis 13:45 Uhr – Mittagspause (Selbstversorgung)

13:45 bis 15:15 Uhr - Workshopphase II

15:15 bis 15:30 Uhr – Kaffeepause

15:30 bis 16:30 Uhr – Podium und Verabschiedung

 

Input: Intersektionalitätsbewusstsein als Basis der Jugendarbeit (Souzan AlSabah)

Alle Menschen, die in Deutschland leben, sind Teil gesellschaftlicher Machtstrukturen. Machtstrukturen definieren Normalität, was bedeutet, dass die Menschen, die durch sie diskriminiert werden, tagtäglich darauf hingewiesen werden, dass sie „irgendwie anders“ sind und nicht dazugehören sollen, während die Menschen, die auf privilegierter Seite stehen, ganz „normal“ durchs Leben gehen können, ohne die Strukturen beachten zu müssen. Doch um etwas zu ändern, brauchen wir ein Bewusstsein dafür.

Wer machtkritisch und intersektionalitätsbewusst arbeiten möchte, kommt nicht um die Auseinandersetzung mit der eigenen gesellschaftlichen Positioniertheit herum. Gleichzeitig kann durch diese Auseinandersetzung ein Raum geöffnet werden. Denn wer anerkennt, dass die eigene Lebensrealität nicht die Einzige ist, hat die Möglichkeit, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.

In diesem Input geht es um das Grundverständnis gesellschaftlicher Machtstrukturen und Intersektionalität. Praktische Handlungsstrategien und deren Auswirkungen werden hinsichtlich der Jugendarbeit kontextualisiert und erläutert.

Souzan AlSabah (sie/ihr), Expertin für intersektionale Gesundheit, Therapeutin, Sexualpädagogin & Empowermenttrainerin und Inhaberin  der Praxis AlSabah für systemische Therapie und intersektionale Gesundheit.

 

Workshops:

Workshop 1: Gewichtsdiskriminierung in der Mädchen* und Jungen*-Arbeit – Body Shaming, Empowerment & Fat Acceptance 

Vorstellungen über Körperformen stehen in einem engen Zusammenhang mit gesellschaftlichen Strukturen. Idealkörper, Clean-Eating und die Vorstellung einer unendlich möglichen Veränderbarkeit des (eigenen) Körpers sind tief in Diskursen über Attraktivität und persönliche Eigenschaften verankert. Der Workshop greift diese Themen aus der Perspektive der Fat-Acceptance-Bewegung auf, diskutiert deren Forderungen und erarbeitet mögliche pädagogische Handlungsperspektiven.

Judith Schreier: studiert im Master Amerikanistik an der Universität Leipzig. Sie forscht über die Darstellung von dicken Körpern sowie
Gender und Sexualität in (amerikanischer) Literatur und Kultur und ist zudem Fat-Aktivistin.

Klemens Ketelhut: ist Erziehungswissenschaftler und Soziologe und Geschäftsführer des Annelie-Wellensiek-Zentrum für Inklusive Bildung, Pädagogische Hochschule Heidelberg

Workshop 2: Amouröse und sexuelle Vielfalt 

Es gibt vielfältige Weisen, sich zu verlieben, zu begehren und sich zu binden. Dabei wirken Geschlechternormen und Normen in Bezug auf Beziehungen, Liebe und Sexualität strukturierend und einengend für alle Menschen. Dazu kommt Diskriminierung. Im Workshop werden die Zusammenhänge zwischen Geschlecht, amouröser und sexueller Vielfalt und ihre Relevanz für die Kinder- und Jugendhilfe besprochen. Im Transfer-Teil werden dann Methoden, Austausch und Fallarbeit zur Wahl gestellt.

Katharina Debus: ist Dipl.-Politologin, arbeitet freiberuflich und für Dissens – Institut für Bildung und Forschung zu geschlechterreflektierter Pädagogik, geschlechtlicher, amouröser und sexueller Vielfalt und Lernen zu Diskriminierung. Kontakt: katharina.debus@dissens.de

Workshop 3: Rassismuskritische Arbeit mit Mädchen* und junge Frauen* aus intersektionaler Perspektive

Der Workshop thematisiert die Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* of Color bzw. mit Rassismuserfahrungen aus rassismuskritischer und sexismuskritischer Sicht. Mit den Konzepten Powersharing und Empowerment möchten wir Impulse für die Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* geben und anhand des Projekts SISTERS*-rassismuskritische Mädchen*arbeit in Sachsen ein Beispiel für rassismuskritische Arbeit aufführen. In Kleingruppen soll es Raum für Austausch und Reflektion geben. In ersten Schritten soll dabei erarbeitet werden, wie die eigene Arbeitspraxis intersektionaler gestaltet werden kann.

Senja Brütting ist Bildungsreferentin* und Co-Projektkoordinatorin* in dem Projekt SISTERS*-rassismuskritische Mädchen*arbeit.

Aileen Kampfmann ist Bildungsreferentin* in der Fachstelle Mädchen*arbeit und Genderkompetenz

Beide Referentinnen* arbeiten in der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchen* und junge Frauen* in Sachsen e.V.

Workshop 4: Inter- und Transgeschlechtlichkeit in der Kinder- und Jugendhilfe

Der Workshop möchte für die Situation und Bedarfe von inter* und trans* Kindern und Jugendlichen sensibilisieren und Impulse für die Arbeit mit ihnen in der Kinder- und Jugendhilfe geben. In kurzen Inputs zu Inter* und Trans* wird in die Lebensrealitäten und Bedarfe beider Gruppen eingeführt. Im Praxisteil werden in Kleingruppen Fallbeispiele besprochen und mögliche Herangehensweisen und Lösungsansätze diskutiert. Der Workshop bietet viel Raum für Fragen und Diskussion.

Joris Gregor arbeitet an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zu Inter*

Nick Heinz ist Bildungsreferent bei TIAM e.V. und leitet die Trans*Inter*Jugendgruppe der RosaLinde

Workshop 5: Geschlecht und Beeinträchtigung

Jugendliche mit Beeinträchtigungen erleben dieselben Veränderungen des Körpers und des emotionalen Erlebens wie andere Jugendliche, fühlen sich ebenso verunsichert. Sie haben aber oft weniger Möglichkeiten, Fragen zu stellen, sich mit Gleichaltrigen auszutauschen, Informationen zu bekommen und sich auszuprobieren. Die gesellschaftlichen Erwartungen und die damit verbundenen Hindernisse sind vor allem bei Mädchen und jungen Frauen mit Beeinträchtigungen größer als bei Jugendlichen ohne Beeinträchtigungen.

Daniela Härtel hat an der Hochschule Merseburg Sexualpädagogik und Familienplanung studiert. Seit 2010 arbeitet sie als Schulsozialarbeiterin in der Förderschule Schloss Schönefeld (Schwerpunkt geistige Entwicklung)

 

Dieser Fachtag wird in Kooperation durchgeführt von:

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